Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Psalm 139,9-10

Dienstag, 3. Juni 2008

Das Kind

Durch die Nacht wandert alleine das Kind
Über den Wipfeln der Bäume, raunt leise der Wind
Die nächtlichen Töne erfüllen die Luft
Die Königin der Nacht gibt ab ihren Duft

Ganz traurig und müde, die Last ist so schwer
Spürt es die Schönheit dieser Nacht nicht mehr
Die Strasse liegt vor ihm, im Mondlicht getaucht
Es stolpert, es fällt; sein Fuß ist verstaucht

Sein Vater, der traurigen Herzens gesehn
Wie das Kind seine eigene Richtung wollt gehen
Eilt zu ihm, streckt hin seine helfende Hand
Doch das Kind schaut nicht hin, den Blick abgewandt

Es hinkt langsam weiter, und sucht neues Glück
Entfernt von dem Retter immer mehr Stück für Stück
Auf der Strasse des Todes, immer dunkler die Nacht
Das Auge des Vaters von fern ihn bewacht

In Liebe und geduldig wartet er auch auf dich
Ergreif seine Hand, denn er lässt nie im Stich
Die ihm öffnen die Herzen, die ihm öffnen die Tür
Statt im Dunkel, im Licht wandeln für und für

Natascha Krause


Moment

Wie eine warme Sommerbrise durch den Winter
Die Flamme einer Kerze welch ruhiger Schein.
Kinder die spielend froh und munter
Lieber Vater dir dank ich für das bewahren mein.

Jeden Tag aufs neue in der Früh aufzustehen

Dir zu dienen und dankend dann zur Arbeit gehen
Trauer geht, Freude kommt, bei dir bleiben sich lohnt
Das Wunder deiner Liebe in meinem Leben wohnt.

Menschen lärmen und hasten, sie vergessen schier
still zu stehen, um zu rasten und zu danken dir.
Für das Wohl, das sie haben, für den Frieden im Land
Für Honig, Milch und Brot, das in Strömen fließt aus deiner Hand.

Zu dir komm ich nun dankend, stille neigend mein Haupt

Die Macht deiner Gnade den Atem mir raubt.
Leise und ruhig ziehet durch die Lüfte der Wind
Wie reich wir an Momenten wie diese doch sind.

Natascha Krause