Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Psalm 139,9-10

Dienstag, 3. Juni 2008

Das Kind

Durch die Nacht wandert alleine das Kind
Über den Wipfeln der Bäume, raunt leise der Wind
Die nächtlichen Töne erfüllen die Luft
Die Königin der Nacht gibt ab ihren Duft

Ganz traurig und müde, die Last ist so schwer
Spürt es die Schönheit dieser Nacht nicht mehr
Die Strasse liegt vor ihm, im Mondlicht getaucht
Es stolpert, es fällt; sein Fuß ist verstaucht

Sein Vater, der traurigen Herzens gesehn
Wie das Kind seine eigene Richtung wollt gehen
Eilt zu ihm, streckt hin seine helfende Hand
Doch das Kind schaut nicht hin, den Blick abgewandt

Es hinkt langsam weiter, und sucht neues Glück
Entfernt von dem Retter immer mehr Stück für Stück
Auf der Strasse des Todes, immer dunkler die Nacht
Das Auge des Vaters von fern ihn bewacht

In Liebe und geduldig wartet er auch auf dich
Ergreif seine Hand, denn er lässt nie im Stich
Die ihm öffnen die Herzen, die ihm öffnen die Tür
Statt im Dunkel, im Licht wandeln für und für

Natascha Krause


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